02.11.2026
Karl Bruckbauer
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Bergwanderung zum Zehnerstoa
Der Bergwandergruppen-Guide Karl hat diesmal eine Rundtour vom Parkplatz Jochberg über die Kohleralm zur Zwieselalm für uns Wanderbegeisterte ausgesucht:
800hm, 14 km, 5 Stunden Gehzeit laut Voranzeige in der Whatsapp-Gruppe.
Passend zur fortgeschrittenen Jahreszeit am (normalerweise) sonnigen Südhang.
Abfahrtzeit in Mettenheim schon 7 Uhr morgens wohlbedacht in Anbetracht des kurzen hellen Tages.
Unterwegs wurde der aus München per Zug Anreisende Thorsten in Traunstein aufgegabelt.
So um Viertel nach acht Ankunft am Wanderparkplatz am Jochberg oberhalb von Weißbach bei frischen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und Hochnebel.
Und siehe da, aus angemeldeten 14 Wanderern wurden plötzlich 19!
Ein Teil der Rennradjugend hat sich kurzfristig entschlossen, mitzumachen.
Klaus mit Begleitung aus Kraiburg war tatsächlich rein zufällig zur gleichen Zeit an unserem Wanderparkplatz und haben sich gleich spontan unserer Gruppe angeschlossen.
Diese recht große Wandergruppe erreichte nach einer fröhlich-geselligen Fortstraßenpassage den Steig auf die Kohleralm. Bandwurmartig zog die Gruppe die zahlreichen Kehren über Felsen, Wurzelwerk und Baumstämme den bewaldeten steilen Hang hinauf.
Entgegenkommende Wanderer mussten sich in reichlich Geduld üben, bis unsere große Trekkinggruppe vorbeigezogen war.
Auf der Kohleralm angekommen so um 11 Uhr kam doch dann tatsächlich die Sonne heraus, und zwar für ziemlich genau 10 Minuten. Das wars dann aber auch, wie sich am Ende herausstellte.
Von hier aus sollte als nächstes Ziel der nächstgelegene Gipfel bestiegen werden mit anschließender einstündiger Querung zur Zwieselalm, so die Planung.
Jetzt war guter Rat teuer: Gleich Umziehen oder später? Gleich Brotzeit oder später?
Kurt und Tom holten sich als Entscheidungshilfe eine Halbliter-Bierbüchse aus dem Wassertrog der Kohleralm, welcher für Wanderer mit reichlich Dosenbier bestückt war.
Bei knapp über Null Grad im klammen Bergnebel eine eiskalte Halbe, nur was für wirklich Hartgesottene!
Nach kurzer Pause gings weiter auf den Zehnerstein-Gipfel (1.582m), wobei wohl nicht alle das mitbekommen hatten. Jedenfalls war plötzlich die Gruppe geteilt in die vorauseilende Jugend zusammen mit Thorsten, die Richtung Gamsknogel (1.750m) raufmarschierten, und den anderen Teil Richtung Zehnerstein-Gipfelkreuz. Auf den Zehnerstein war eine mittelschwere Kraxelei angesagt.
Wenige Meter vor dem Gamsknogelgipfel fiel dann der Jugendgruppe auf, dass sich auf dem kleineren Nachbarberg zur Rechten eine größere bunte Truppe rund um das Gipfelkreuz tummelte und dann erst wurde ihnen klar, dass wohl der Nachbargipfel gemeint war.
Aber zu guter Letzt trafen sich beide Gruppen wieder am Abzweig zum Zwieselalm-Querweg und wir waren wieder vereint.
Auf und ab gings nun zwischen Felsnadeln und Latschenhängen in dichten Nebelschwaden auf holprigem Pfad rüber zur Zwieselalm, die leider seit einiger Zeit nicht mehr bewirtschaftet wird. Der Hüttenwirt hat sich mit einer Klageschrift, aufgehängt rund um die Almhütte und an allen Wegkreuzungen unterhalb, seinem Ärger Luft gemacht über die Drangsalierung durch die Aufsichtsbehörden, weshalb er dann irgendwann aufgeben musste.
An einem windgeschützten Platz warm einpackt ein halbe Stunde Brotzeitpause und dann gings schnellen Schrittes den schmalen Waldsteig hinunter zum Jochberg-Parkplatz, eine leichte Übung in gelockerter Stimmung.
Fazit:
Eine wirklich schöne jahreszeitgemäße und nicht allzu anspruchsvolle Tour durch die Hochgebirgslandschaft des Hinterstaufen mit grandiosem Panorama- Ausblick, den man sich halt einfach nur vorstellen musste. Immerhin gaben die Wolken für einen mehrere Sekunden langen Augenblick die Sicht auf Bad Reichenhall frei, Herz was begehrst du mehr! (Thorsten)