22.08.2026
Karl Bruckbauer
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Katrin Esefeld bewältigt das „Inferno“ als beste Deutsche
Triathletin bewältigt einen der härtesten Triathlons der Welt – 5500 Höhenmeter und Wettersturz am Schilthorn beim Inferno Triathlon in der Schweiz
Es gibt Wettkämpfe, die allein durch ihre Streckenführung den Begriff Herausforderung neu definieren. Der Inferno Triathlon im Berner Oberland gehört zu den extremen Wettkämpfen.
Die Dimensionen des Rennens sind beeindruckend: 3,1 Kilometer Schwimmen, 97 Kilometer Rennrad, 30 Kilometer Mountainbike und 25 Kilometer Berglauf. Insgesamt sind dabei 5500 Höhenmeter zu überwinden. 198 der 204 gemeldeten Athletinnen und Athleten stellten sich der Herausforderung.
Für die 15-fache WM-Teilnehmerin in Hawaii kam der Start zudem überraschend. Erst wenige Wochen vor dem Wettkampf erfuhr sie von ihrer Teilnahme. Den Startplatz hatte sie bei einer Verlosung im Rahmen des Erdinger Stadttriathlons gewonnen.
Bereits beim Schwimmen gefordert
Um 6.30 Uhr fiel im Strandbad Thun der Startschuss. 3,1 Kilometer Schwimmen lagen vor den Teilnehmern, die sich ohne Streckenmarkierungen orientieren mussten. Nach 1:00:29 Stunden erreichte Esefeld bei welligen Seegang das gegenüber liegende Ufer in Oberhofen und wechselte auf das Rennrad.
Schon nach rund 100 Metern begann der erste lange Anstieg. Auf den folgenden 97 Kilometern warteten 2145 Höhenmeter, steile Abfahrten und enge Kurven. Die Strecke war dabei nicht für den Verkehr gesperrt. Ein vorausfahrender Bus und eine Baustelle, an der zunächst der Gegenverkehr passieren musste, kosteten zusätzliche Zeit.
Nach 4:07 Stunden stieg die LG-lerin auf das von Stefans-Bike Laden geliehene Mountainbike um.
Dort musste sie eine weitere Hürde meistern. Zu Beginn des alpinen Abschnitts war ein Streckenposten kurzzeitig nicht anwesend. Esefeld und weitere Teilnehmer fuhren an einer entscheidenden Abzweigung vorbei. Erst nach mehreren Kilometern wurden die Athleten auf den Irrtum aufmerksam gemacht. Die Rückkehr auf die richtige Strecke kostete rund 30 Minuten.
Anschließend ging es auf dem richtigen MTB-Kurs von insgesamt 30km weiter. Elf steile Kilometer führten hinauf zur Kleinen Scheidegg auf 2061 Meter Höhe. Die anschließende Abfahrt war technisch äußerst anspruchsvoll und so steil, dass sie eine extreme Passage vorischtshalber durch Tragen des MTB bewältigte. Nach einer Splitzeit von 2:46 Stunden erreichte Esefeld die Wechselzone in der Gemeinde Grindelwald noch deutlich innerhalb der strengen Zeitlimits.
Noch einmal 25 Kilometer lagen vor ihr – diesmal zu Fuß. Zunächst ging es 17 Kilometer in kraftvollem Laufschritt hinauf zum Bergdorf Mürren. Die Temperaturen waren bisher extrem hoch. Nach dem Wechsel auf Trailschuhe begann der letzte und zugleich härteste Abschnitt: acht Kilometer hinauf zum Schilthorn auf 2970 Meter.
Und dort änderten sich die Bedingungen innerhalb kürzester Zeit dramatisch.
Vom Hochsommer in den Wettersturz
Starkregen und Hagel setzten ein, die Temperaturen fielen deutlich. Aus dem ohnehin anspruchsvollen Berglauf wurde ein Kampf gegen die Witterung und die schwierigen Bedingungen im felsigen alpinen Gelände. Nebel, Gewitter und Steinschlag begleiteten die Teilnehmer auf dem Weg zum Gipfel.
Am letzten Kontrollpunkt, rund 2,5 Kilometer vor dem Ziel, wurden bereits warme Suppe und Aluminiumdecken ausgegeben. Die Sicherheit der Athleten rückte zunehmend in den Vordergrund.
Esefeld ließ sich davon nicht mehr aufhalten. Nach insgesamt 25 Kilometern Berglauf erreichte sie das Schilthorn nach 3:51 Stunden. Die Gesamtzeit von 11:46:28 Stunden bedeutete Rang zehn und gleichzeitig Platz eins unter den deutschen Teilnehmerinnen.
„Das war der Wahnsinn“, sagte die erfahrene Triathletin vom LG Mettenheim nach ihrem Zieleinlauf – erschöpft und zugleich überglücklich.
Für die noch im Rennen befindlichen Teilnehmer wurde das Ziel aufgrund der extremen Wetterbedingungen schließlich aus Sicherheitsgründen von der Gipfelregion nach unten zur Mittelstation Birg verlegt.
Für Katrin Esefeld war der Gipfel zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht. Nach mehr als elf Stunden, 5500 Höhenmetern, extremen Bedingungen und einem Rennen, das seinem Namen alle Ehre gemacht hatte. Ein unvergessliches Abenteuer.