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04.07.2023

Karl Bruckbauer

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LG beim Ironman Frankfurt

Ironman Frankfurt

Sie leben an Inn und Isen, am Main sind sie jetzt zu „Eisenmännern“ geworden: Markus Gaßner (46) und Eugen Schneider (38) aus Töging (Landkreis Altötting) sowie Markus Geithner (42) aus Winhöring haben am Sonntag in Frankfurt ihren ersten „Ironman“-Wettkampf bestritten. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Markus Gaßner.
Hinter ihnen liegen körperliche Strapazen, die sich ein „Alltagssportler“ wohl kaum vorzustellen vermag: Beim Ironman gilt es zunächst 3,8 Kilometer zu schwimmen, dann ist eine 180-Kilometer-Strecke mit dem Fahrrad zu bewältigen, schließlich muss man noch die Marathonstrecke, 42,2 Kilometer, laufend zurücklegen. Alle drei haben es geschafft – und zwar mit beachtlichen Zeiten.

Markus Geithner schlug nach 11 Stunden, 37 Minuten und 59 Sekunden auf die Glocke im Zielgebiet, bei Markus Gassner waren es 11:52:25. Eugen Schneiders Zeit: 13:00:10. Verschwitzt und ausgezehrt waren sie zu diesem Zeitpunkt, mit einem Wort gesagt: „Fix und fertig“. Aber: Sie waren auf dem langen roten Teppich im Zielbereich unendlich stolz auf ihre Leistung und glücklich über den Spruch des Stadionsprechers, auf den sie seit Monaten hingearbeitet hatten: „You are an Ironman!“ – „Den Satz will man einmal im Leben hören“, beschreibt Markus Gaßner, was ihn und seine zwei Sportkameraden motivierte. Auch eine Medaille und eine Urkunde zeugen von dem Triumph. Gaßner war mit seiner Zeit der 128. von 282 Startern in seiner Altersklasse geworden, Geithner der 138. von 290 und Schneider der 256. von 298. Insgesamt waren 2070 Einzelstarter, davon 1831 Männer, aus 55 Nationen bei der Sportveranstaltung in Frankfurt am Start.

Die Schwimmstrecke galt es im Neoprenanzug im Langener Waldsee südlich der Hessenmetropole zurück zu legen. Angesichts des Massenstarts geriet die Wasseroberfläche mächtig in Aufruhr, „es hat richtig g’wurlt“, beschreibt es Markus Gaßner. Nach 1,5 Kilometern galt es einige Schritte an Land zu bewältigen, ehe es wieder zurück ins Wasser ging. Kaum waren die 3,8 Kilometer in einem großen Pulk mit anderen Schwimmern fertig durchpflügt, galt es das Sportgewand zu wechseln und sich aufs „Aero-Rennrad“ zu schwingen, eine spezielle Form des Fahrrads, die extra für die Anforderungen der Ironman-Wettkämpfe entwickelt wurde. Neben den 180 Kilometern waren auf dem Rundkurs vor den Toren Frankfurts auch noch sage und schreibe 1600 Höhenmeter abzuspulen. Beim Wechsel der Ausrüstung können Fehler passieren, dass man z. B. die Fahrradbrille nicht mitnimmt, aber: „Bei uns ist alles ohne Pannen abgelaufen“, freut sich Markus Gaßner.

Die letzte Herausforderung, die Marathondistanz, musste dann auf der asphaltierten Strecke entlang des Mainufers in der Stadt bewältigt werden. Es war ein Rundkurs von rund zehn Kilometern Länge, der viermal nacheinander gelaufen werden musste. Hier waren die zahlreichen Zuschauer eine große Hilfe, wie Markus Gaßner sagt: Sie feuerten die Sportler eifrig an. Besonders motivierend ist es dabei, wenn der eigene Vorname fällt – dieser ist auf der Startnummer abgedruckt, die jeder Sportler am Leib trägt. Unter den Zuschauern waren auch Markus Gaßners Ehefrau Stefanie sowie Eugen Schneiders Mutter Ludmilla und sein Bruder Dimitri. Sie in der großen Publikumsschar zu wissen, spornte natürlich besonders an. Und: Im Training lerne man, mit den eigenen Kräfte hauszuhalten, sagt Markus Gaßner. Davon profitiert man dann beim Wettkampf.

Die drei Sportler hatten die einzelnen Disziplinen des Triathlons seit Jahren trainiert, zum Teil im Rahmen des „Lauf- und Gymnastiktreffs (LG) Mettenheim“, teils gemeinsam, teils einzeln. 2019 hatten sie sich auch schon einmal an einem „Half-Ironman“ in Zell am See im Salzburgerland beteiligt, bei dem jeweils die halben Distanzen von Frankfurt schwimmend, radelnd oder laufend zurückzulegen sind. „Und irgendwann kommt dann die logische Konsequenz, dass man auch mal einen kompletten Ironman bestreiten will“, sagt Markus Gaßner. Im vergangenen Jahr fassten sie den Entschluss, in Frankfurt anzutreten.

Folge der Ironman-Teilnahme war bei Markus Gaßner ein gewaltiger Muskelkater. „Aber Treppen steigen ging heute schon wieder“, sagte er gestern schmunzelnd dem Anzeiger. Am Dienstag nahm er auch seine Arbeit als Sozialversicherungsangestellter wieder auf.

Der Zieleinlauf brachte ihm neben der Euphorie, ein „Eisenmann“ zu sein, noch ein zweites Hochgefühl: Ein Foto zeigt ihn mit einem Bier aus dem Plastikbecher. Im Zuge der Vorbereitungen hatte er bei der Ernährung wochenlang auf vieles verzichtet, darunter auch komplett auf Alkohol. Nun gönnte er sich seinen ersten Schluck Gerstensaft. Bier ist ein isotonisches Getränk, führt dem Körper wieder Mineralien zu. Gaßner: „...und fantastisch geschmeckt hat’s auch!“ (aus "Passauer Neue Presse")