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15.08.2021

Livigno - Bericht von Petra für das C-Team

Erstens kommt es anders, zweitens als man/frau denkt…


Ursprünglich sah der Wetterbericht für die Livigno-Woche ganz gut aus… angenehme 23-25 Grad tagsüber, kühle Nächte (klar, wir sind da auf fast 1800m Höhe). 2/3 der Campingplatz-Truppe reiste ja schon am Freitag an. Rita und Andi - früher da als Tom, Christian und Petra - stellten nach Ankunft gleich mal fest: der Campingplatz ist vom Hotel der anderen ein bisserl weit ab vom Schuss… ca. 7 km in leichtem auf und ab auf schön angelegten Radwegen Richtung Livigno (zurück zum Camping Letizia eher mehr bergauf als -ab). Aber die Busse gehen oft und kostenlos. Tom kam noch später und fuhr dafür viel eher (wegen des Wetters).

Nach stehendem Ferienverkehr in St. Johann und kurzem aber kräftigem Hagelschauer vor Wörgl (ja - mit Hagelschaden) an dem kleinen, aber sehr netten Wohnmobilplatz angekommen vergrößerten wir die Wagenburg auf 2 von 3. Panik machte sich breit - Hubdach war hochgefahren, dann brach die Elektronik zusammen! Keine Standheizung und kein Kühlschrank und Licht im Bus. Noch mit einem Eiszapfen an meiner Nasenspitze von der doch recht frischen Nacht legte Samstag Guide Rita dann gleich los zu einer Akklimatisierungs- und Vorurlaubsstreß-Abbau-Tour ins Val Federia bei wunderbar trockenem sonnigem Wetter. Dort angekommen waren wir noch froh über den halb schattigen Sitzplatz beim Agriturismo Alpe Federia. Also Eiszapfen war aufgetaut und die Sonne geniesen… morgen sollte ja das Wetter schon eher schlechter werden. Und nachdem ich bei Rita gerade so mit dem Tempo mithalten konnte war klar - es wird Gruppe C für mich. Der Urlaub kann beginnen!!!

Sonntag wanderten wir 4 dann Richtung Ort und Hotel zur Begrüßung der nach und nach auf‘s Biken heißen restlichen Teilnehmer. Einige wagten sich auf‘s Bike und radelten nachmittags leider Regen und Matsch entgegen. Ich richtete mich im Bus ein auf eine weitere kühle Nacht (mit Schlafmütze und wärmerer Schlafkleidung) und freute mich auf die Montags-Tour bei gutem Wetterbericht.

Die 6-Seen Runde mit 1100hm wurde ausgewählt. Dank Gore Franzis Platten am Passo di Valle Alpisella hatten wir eine längere sonnige Pause und viel Zeit für Fotos, womöglich wären sie uns sonst nicht aufgefallen, die vielen Edelweiß. Vor uns zog währenddessen ein dickes Regenfeld vorbei, gut dass wir da jetzt noch nicht sind dachten wir. Aber Gruppe B war wohl mitten drin. Nach Umrundung des türkis-grünen Megastausees Lago di Cancano (auf nassen Wegen, hier hat es definitiv geregnet) trafen wir, trocken geblieben, zu Gruppe B auf der Malga Trela zur Pauseneinkehr. Der Hirtencafe bleibt uns in Erinnerung, denn die Milch war irgendein Sahnelikör… hmm! Auf die anschließende Schiebepassage folgte eine schöne Abfahrt (Flowtrail), auf der ich mit meinem Hardtail hinterher rumpelte bzw. an entsprechenden Stellen (für mich steil, abschüssig, rutschig nass) lieber schob (danke für‘s geduldige warten, Leute ;-)! Der Gedanke an ein neues Rad‘l machte sich wieder mal breit…

Der Wetterbericht brachte uns alle zur Verzweiflung als am nächsten Tag vormittags trocken gemeldet war und wir kurz nach Start Richtung Bernina in den Regen los radelten. Am Livigno Pass flüchteten wir in eine gemütliche Kneipe, aber schon vormittags versumpfen…? Beim Blick um‘s Eck über die Schweizer Grenze wurden wir zurück geweht und der Abbruch der Tour entschieden. Der regnerisch gemeldete Nachmittag war dann sonnig und trocken, da konnten wir Camper wenigstens das nasse Radlzeug zum Trocknen aufhängen.

Nach einer neuen frischen Nacht mit Neuschnee auf den umliegenden 3000er-Gipfeln war gruppenmässig C Wandern angeboten. Wir suchten aber nach technischen Lösungen den Bus endlich heizen zu können. Erfolglos gingen wir über den Holzskulpturenweg (Kultur!!!) zur Gin-Bar (Kultur 2!!!) neben dem Hotel und trafen uns vorm gemeinsamen Abendessen mit einigen anderen auf einen (oder 2…? ;-) Drinks. Durch von innen wärmende Aperitive und italienische Kochkünste, aber auch warme Gaststättenaufenthalte schlüpfte ich später wieder unter mein feuchtkaltes Bettzeug. Ich LIEBE Camping, aber… brrr, ein Hotel wär jetzt schön!

Versöhnung brachte mir dann die Donnerstagstour mit Harry und Autoshuttle-Service. Aufgrund kräftezehrender Eis-Nächte reichte etwas Gemütlicheres. Die sanfte sonnig-warme Auffahrt mit 21 Tornante ab Bormio zum 2. Teil des großen türkis-grünen Stausees, bei dem wir schon waren, war der reine Genuss. Oben angekommen war zwar ein kalter Wind und zunehmende Bewölkung. Aber den einzigen kurzen Regenschauer durften wir glücklicherweise unter einem Sonnenschirm bei der Einkehr in der Baita Prada überstehen. Unseren Tisch gaben wir dann ab an Gruppe C, die diesen gerne mit wesentlich mehr Höhenmetern in den Beinen und regenschauererprobt annahmen.

Der Wetterbericht versprach für den letzten Tag (Rückreisetag) sonniges und warmes Wetter. Verschiedene Abschlusstouren wurden noch gemanaged. Das durch die Frostnächte gesundheitlich angeschlagene VW-Bus-Team nahm die Rückfahrt mit gottseidank ordentlich elektronisch verriegeltem Klappdach über den Bernina in Angriff, traf am Passo Livigno noch kurz die radelnde Gruppe C, und machte sich dann gemütlich mit Piz Palü-Blick auf einen hagelfreien Heimweg.

Camper werden ist nicht schwer, Camper sein in dieser Woche für uns dagegen sehr! Mit einem Haarfön zaubert man eine gemütliche Atmosphäre beim Frühstück. Und Wärmeflaschen gehören in die Notausrüstung!

Livigno mit Euch war auf jeden Fall die Reise wert. Jeder Tag konnte trotz des Wetters gefüllt werden mit schönen Unternehmungen. Die gute Stimmung aller Teilnehmer war wunderbar. Danke für alles und dass wir dabei sein durften!

PS: Bericht verspätet weil mit Erkältung im Bett (irgendwann ist mir irgendwie irgendwo mal zu kalt geworden)

Liebe Grüße Petra