Drohnenaufnahme Mettenheim

Immer up to date
Aktuelles

Rund um den Verein und die Abteilungen

30.06.2022

TransAbruzzen (6-tägiger MTB-Cross)

IMG 20220613 WA0085

Am Donnerstag, den 9. Juni machten sich 6 Biker (Harry, Rita, Sandra, Thomas M., Gabi und Tom B.) in zwei Autos -inkl. dem Radl von Franze- in aller Herrgottsfrühe auf den Weg ins etwa 930 km entfernte Pineto, welches an der Ostseite des Italienstiefels liegt. „Old boy“ Franze -der 7. im Bunde- hat es sich nicht nehmen lassen und ist bereits am Vortag gemächlich mit dem Zug angereist. Nach 10 Stunden Autofahrt sind auch wir am frühen Abend an der Adria angekommen. Nachdem der Thomas als einziger gleich das salzige und frische Meer getestet hat, gab es anschließend in der Innenstadt zur Begrüßung Espresso, Cappo oder prickelnden Weißwein. Treffpunkt für alle war kurze Zeit später die 5 km entfernte, auf einem Hügel gelegene Unterkunft, mit herrlicher Rundumsicht zurück auf die Stadt Pineto und das angrenzende Meer. Lecker zu Abend gegessen wurde in einem von der Vermieterin empfohlenen Restaurant. Da haben wir zum 1. Mal die volle Bandbreite der von Thomas bevorzugten Menüabfolge bestaunen können. Im Laufe der Woche hatte er uns so ziemlich alle davon überzeugt, welche Reihenfolge in Italien zum guten Geschmack gehört. Mehr dazu weiter unten.

Ausgeschlafen kamen wir Freitag (Tag 1) früh zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Die erste Gruppe begab sich bei leichtem Regen (der ein oder andere hat sich dann doch das Regengewand übergestreift oder zumindest den Rucksack geschützt) auf die anspruchsvolle Tagesetappe von 2.200 Höhenmeter (hm) und 60 Kilometer (km), welche grundsätzlich von Pineto nach Arsita - Colle Mesole führte. Eine um etwa 450 hm und 11 km abgeschwächte Variante wählten Gabi und Rita, welche wir nach etwa 1,5 Stunde aufgabelten. Der Regen hatte bis dahin weitestgehend nachgelassen, somit haben es die zwei Mädels subba gemacht 😊. Auf der Strecke kamen wir unter anderem am „Riserva Naturale Guidata Calanchi di Atri“ (Naturschutzgebiet) vorbei, einem aus vielen bizarren Erdpyramiden bestehenden Areal. Treuer Begleiter im mittleren Teilabschnitt (über etwa 25 km!) war übrigens ein knapp kniehoher Hund. Sobald es ihm über die hügelige und schottrige Strecke zu schnell wurde, hat er uns angebellt. Erst an einem abgelegenen Haus, wo zwei wohl bekannte Hunde auf ihn warteten, wandte er sich von uns ab. Die schöne Landschaft um Montefino und Bisenti brachte nur kurze Verschnaufpausen, da es abwechselnd steil und schottrig bzw. auf altem Asphalt voranging. An einer Weggabelung unterhielten wir uns mit einem Italiener, der bereits die Kochkunst von Lydia -die Unterkunft konnte man bereits sehen- erwähnte. Insgesamt waren wir alle froh, die Agrituristica „La via del Parco“ von Lydia und Bruno erreicht zu haben. Belohnt wurden wir mit einem ausgezeichneten italienischen Menü aus vier Gängen (Antipasti, Primo Piatti, Secondo Piatti, Dolce). Inklusive Käse, Aperitif oder Digestif, Espresso und so weiter… das freute den Thomas und mittlerweile auch uns. Einige Stücke der Salsiccia und Grillfleisch blieben an diesem Abend übrig.

Am Samstag (Tag 2) ging der Track bis L’Aquila, wobei wir 1.680 hm und 75 km zurücklegen sollten. Als Reiseproviant verpackte uns Lydia die nichtverzehrten italienischen Würstchen und das Fleisch in Semmeln. Von Arsita ging es zunächst bergauf über einen Kies- und Karrenweg nach Farindola, wobei uns herrliche Ausblicke links und rechts des Wegs und bereits zum bevorstehenden Nationalpark erwarteten.

Der Nationalpark Gran Sasso war ein toller Blickfang, was vor allem an der weitläufigen Hochebene lag. Unter anderem wurden wir mit einer gefühlt ewig langen Abfahrt belohnt, wobei einige darüber hinaus sogar noch einen interessanten kurvigen Trail bzw. dornige Gebüsche -mit der Folge einziger Platten von Tom- fanden. In Santo Stefano di Sessanio wartete unter kühlen Pinienbäumen eine erste leckere Stärkung auf uns. Am Nachmittag fuhren wir einen Bergrücken entlang, wobei uns die Natur um das Barisciano Tal beeindruckte. Am Zielort der heutigen Tagesetappe in L‘ Aquila an der Piazza del Duomo gab es schließlich einen Aperol Spritz bzw. Gin Tonic für den Tom. Etliche Schälchen mit Kirschen, Nüssen und Chips rundeten die Sache ab. Auch in diesem Städtchen buchte Franze wieder eine schöne Unterkunft, wobei seine Wahl auf das beindruckende Palazzo Rustico fiel.

Am Sonntag (Tag 3) entzweite sich die Gruppe, wobei der Franze -um seine Kräfte zu schonen- eine kürzere Strecke wählte. Die übrigen legten etwa 1.310 hm und 55 km zurück. Raus aus L’Aquila ging es über Fossa nach Fonteavignone, wo wir unsere Trinkflaschen mit Brunnenwasser auffüllten. Beim Losfahren merkte Thomas, dass er seinen ersten Platten hatte. Fachmännisch wurde er schnell geflickt. Auf schmalen und nur in etwa zu erahnenden Pfaden durchfuhren wir kreuz und quer eine große Weidefläche (Tione degli Abruzzi), wobei uns viele Rinder mit Jungtieren interessiert beobachteten. Anschließend fuhren wir auf ausgeschilderten Radwegen, mit anspruchsvollen steinigen Trails, was zum zweiten Platten bei Thomas‘s Bike führte. Es sollte die letzte kleine Panne der gesamten Tour gewesen sein. Nichtsdestotrotz erreichten wir bereits am späten Nachmittag unser Tagesziel Rocca di Mezzo. Dies veranlasste uns, neben den üblichen erfrischenden Getränken, das sonnige Wetter ausgiebig zu genießen. Der Blick aus dem B&B Il Cardinale über die Dächer der alten Gebäude und Gassen war eine Wucht. Den Abend rundeten wir mit einem mehrgängigen Menü (wie es sich gehört) ab.

Der Abschnitt am Montag (Tag 4) brachte uns weiter Richtung Rom. Je näher wir dem westlichen Teil des Stiefels kamen, umso heißer wurde es. Mehrere Stopps zum Füllen unserer Getränkeflaschen waren nötig, um unseren Wasserhaushalt auszugleichen. Diese Tagesetappe (1.300 hm, 85 km) schlängelte sich unter anderem durch die Ortschaften von Ovindoli und Aielli. Den letztgenannten Ort erreichten wir nach einem 12 km lang abfallenden Single Trail, wobei uns etliche Motocross Fahrer entgegenkamen. Durch das frühere Ankommen von Franze in Tagliacozzo, konnte er für uns wertvolle Vorarbeit in Sachen „welches Restaurant“ zum Abendessen leisten. Bis es soweit war, genossen wir -nicht zum ersten Mal 😊- am Piazza Obelisco einen Aperol Spritz bzw. einen Gin Tonic. Jääääh.

Den Dienstag (Tag 5) starteten wir zwar in üblicher Frische, aber nur halbwegs gestärkt, da diesmal nur ein Espresso mit Croissant geboten war. Und dies obwohl bis nach Orvinio eigentlich 1.900 hm und 83 km geplant waren. Die Etappe führte uns zunächst schiebend durch enge Gassen bergauf raus aus Tagliacozzo. Um den richtigen Weg kurz nach der Stadt zu finden, war einiges an Pfadfindersinn erforderlich, was den Abenteurern in der Gruppe sichtlich gefiel. Hocherfreut kamen wir am Mittag an Campingplatz „Europing Village“ vorbei, um unsere leeren Getränkeflaschen aufzufüllen und uns -nach dem magerem Frühstück- mit reichlich belegtem Baguette zu stärken. Ein leckeres Eis gab es obendrein. Die weitere Route führte uns an etlichen Liftanlagen um Carsoli vorbei. Durch das sehr heiße Wetter begleiteten uns finstere dunkle Wolken über Collalto bzw. Pozzaglia Sabina, was uns veranlasste eine gebotene Abkürzung (letztendlich meisterten wir trotzdem 1.550 hm und 70 km) zu nehmen, um sicher und trocken bei unserer nächsten Unterkunft anzukommen. Am Abend gab es selbstgekaufte Brotzeit, welche wir auf dem Balkon von einem der landestypischen Zimmer zu uns nahmen bzw. ein saftiges Steak für den Thomas aus einer kleinen Metzgerei mit Grillimbiss.

Das Frühstück am Mittwoch (Tag 6) Früh nahmen wir im Privathaus des Vermieters unserer Zimmer ein, nachdem er seinen Vater nicht alleine lassen konnte. Wir führten interessante Gespräche über seine Familie (Führung eines Youth Hostel) bzw. die vielen Bekanntschaften im Laufe der Zeit. Die Route führte uns heute von Orvinio, über Licenza bis nach Tivoli, unserem Zielort. Eigentlich waren 800 hm und 46 km vorgesehen, doch aufgrund einer Wegsperrung mussten wir etwas abkürzen (letztendlich radelten wir 160 hm und 40 km) und die meist bergab führende Straße benutzen. Dies war aber von Vorteil, denn schließlich hatten wir für 14 Uhr einen Shuttleservice beauftragt, der den Thomas und den Tom ins etwa 190 km entfernte Pineto an die Ostküste brachte. Gut angekommen stiegen wir sogleich ins Auto und fuhren in etwa 2 Stunden zurück nach Tivoli. An der ersten Piazza genossen wir ein großes „rotes Bier“ mit leckerer Pinsa. Die Zeit unserer Abwesenheit nutzen die Mädels für den Besuch der Villa d‘ Este (mit dem bekannten Brunnen von Tivoli).

Am Donnerstag, trafen wir uns sehr früh im Parterre unserer Wohnanlage und gingen gemeinsam ein letztes Mal typisch italienisch Frühstücken (Espresso & süßes Hörnchen). Anschließend stand der Rückweg mit dem Auto von etwa 930 km bzw. 10 Stunden an. Am Abend kamen wir alle gesund, aber etwas müde von der langen Fahrt zu Hause an.

Insgesamt waren es herrlich erlebnisreiche Tage (mit total 8.200 Höhen- bzw. 385 Kilometer) und Abende 😊

Ciao, Tom Bauer

Verknüpfte Bildergalerien